10 Mär
Es hakt in der 05-Offensive
Abwehr überzeugte beim 1:0 über Borussia

30 Jan
1. Mannschaft
Top-Stürmer im Interview
Diese Personalie ließ aufhorchen: Im Sommer 2026 wird Offensiv-Ass Semih Da?lar von Westfalenliga-Spitzenreiter Kinderhaus runter in die Landesliga zu Emsdetten 05 wechseln. Im Interview spricht der Ex-Profi über seine Gründe, über prominente Weggefährten und über die „eklige“ Borussia aus Emsdetten.
Er ist der Mann mit der eingebauten Tor-Garantie. Und er ist der Königstransfer von Emsdetten 05: Semih Da?lar, der sich dem Landesligisten im Sommer anschließen wird (siehe auch Artikel unten). Im Interview blickt der Ex-Profi zurück auf seine bisherige Karriere, erinnert sich an prominente Weggefährten und erklärt, warum er Westfalenliga-Spitzenreiter Westfalia Kinderhaus Richtung 05 verlassen wird.
Du hast Länderspiele in der türkischen U17 und U19 bestritten, bist 2016 mit SF Lotte in Deutschlands 3. Liga aufgestiegen und hast dort dann ein halbes Jahr lang Profi-Luft geschnuppert. Warum hat es letztlich mit dem ganz großen Durchbruch nicht geklappt?
Semih Da?lar (33): Es sollte einfach nicht sein. Nach der Hinrunde in der 3. Liga bin ich erst zu Oberligist Hammer SpVg, dann nach der Saison zu Rot Weiss Ahlen (ebenfalls Oberligist; d. Red.) gewechselt. Dort habe ich mir im Sommer 2017 im ersten Meisterschaftsspiel nach fünf Minuten das Kreuzband gerissen. Das hat mich natürlich erst mal ausgebremst. Zu der Zeit war auch schon mein erstes Kind da. Das trug ebenfalls dazu bei, dass ich es etwas ruhiger angehen lassen wollte.
Wer waren früher deine prominentesten Mitspieler?
Da?lar: In der türkischen U19 habe ich mir mal mit Hakan Çalhano?lu ein Zimmer geteilt, in Borussia Dortmunds U19 habe ich mit Antonio Rüdiger zusammengespielt.
Du hast auch ein DFB-Pokalspiel bestritten: 2015 mit SF Lotte bei der 0:3-Erstrunden-Niederlage gegen Bundesligist Bayer Leverkusen.
Da?lar: Ja, da habe ich dann gegen Hakan Çalhano?lu gespielt, und auch gegen Stefan Kießling, Jonathan Tah, Kyriakos Papadopoulos, Christoph Kramer, Karim Bellarabi und viele andere. Ein Zweikampf-Foto mit Jonathan Tah habe ich noch auf dem Handy.
Warum geht ein Spieler, der die Chance hat, mit seinem aktuellen Verein Kinderhaus von der Westfalen- in die Oberliga aufzusteigen, freiwillig runter in die Landesliga?
Da?lar: Vergangene Saison haben wir mit Kinderhaus schon oben mitgesielt, und schon da habe ich gesagt, ich müsste gemeinsam mit meiner Frau gut überlegen, ob ich mir im Falle des Aufstiegs den höheren Aufwand in der Oberliga noch mal antun möchte. Wir haben mittlerweile drei Kinder, der Jüngste ist gerade ein Jahr alt geworden. Die Zeit, die ich mit meinen Kindern verpasse, gibt mir keiner zurück.
Wieso hast du dich für Emsdetten 05 entschieden?
Da?lar: Ich habe mich einfach mal mit dem Sportlichen Leiter Mathias Lüttmann zusammengesetzt. Später kam auch Trainer Daniel Apke hinzu, er hat mir seine Philosophie erklärt und dass er mich vorne variabel einsetzen möchte. Das hat mir alles gut gefallen. Außerdem kenne ich einige meiner künftigen Mitspieler bei 05 schon von früher. Mit Georg Schrader habe ich in Nottuln zusammengespielt (Schrader kommt im Sommer 2026 von Borussia Münster zu 05; d. Red.), mit Omar Guetat in Preußen Münsters Jugend, mit Engin Demirdag, der auch privat ein guter Bekannter von mir ist, bei Roland Beckum und Preußen Münster II.
War es auch finanziell gesehen verlockend, zu 05 zu wechseln?
Da?lar: Ich weiß, dass viele das denken. Das war aber nicht ausschlaggebend.
Dein jetziger Verein Westfalia Kinderhaus hätte gerne mit dir verlängert. Wie hat man dort auf deinen anstehenden Weggang reagiert?
Da?lar: Mit den Trainern verstehe ich mich super. Sie fanden es nicht so cool, als ich die Nachricht von meinem Wechsel übermittelt habe.
Ihr habt in dieser Westfalenliga-Saison schon Hin- und Rückspiel gegen Borussia Emsdetten bestritten, beide Partien endeten unentschieden, du bist beim 2:2 und 0:0 ohne Torerfolg geblieben. Was macht es gegen die Borussen so schwer?
Da?lar: Sie waren immer schon ein ekliger Gegner. Wir wissen, dass wir auf dem Papier besser sind, aber mit ihrer Defensivstärke und Gemeinschaft haben sie es in beiden Spielen gegen uns gut gemacht. Vor allem das Rückspiel hätten wir trotzdem gewinnen müssen, bei dem 0:0 habe ich auch eine Hundertprozentige vergeben.
Du hast am 8. Januar deinen 33. Geburtstag gefeiert. Wie lange möchtest du noch weiterspielen?
Da?lar: In der Corona-Zeit habe ich gemerkt, dass es ohne Fußball für mich schwer geht. So lange ich fit bin und mithalten kann, will ich weitermachen. Und zurzeit fühle ich mich fitter als vor zwei Jahren.
von: Christoph Niemeier
Foto: Möllers
Mit freundlicher Genehmigung der Emsdettener Volkszeitung