14 Jul
05 patzt vor beiden Gegentoren
Detten verliert gegen Melle völlig unnötig

09 Jun
1. Mannschaft
Die große Aufstiegschance verspielt
Es war am Sonntag in Hagen nicht einfach, Stimmen der 05-Spieler zu sammeln. Die Enttäuschung saß tief, ganz tief.
Wenn aber in wenigen Tagen der Frust gewichen ist, werden Trainer und Spieler des Landesligisten Emsdetten 05 in ihrer Analyse erkennen müssen, dass es im entscheidenden Endspurt einer sehr erfolgreichen Saison einfach nicht gereicht hat. Da fehlten Qualität und auch Spielglück.
Vor allen Dingen in den beiden Relegationsspielen gegen Kirchlengern (0:2) und Salchendorf (0:1) gab es dennoch genügend 05-Chancen, um den Weg in die Westfalenliga zu ebnen. Da aber auch die Torschützen vom Dienst – die Schomaker-Brüder – zum Ende der Saison nicht mehr so performten wie gewohnt, fehlte in der Offensive ein Knipser.
Aus 05-Sicht war der Mai wahrlich kein Wonnemonat. Nach dem 2:1-Sieg am 24. April gegen Spitzenreiter Lünen und dem 2:0-Erfolg in Senden gab es den knappen 2:1-Heimerfolg gegen Ahlen, mit dem Elfmetertor von Jonas Schomaker in der 97. (!) Minute. Da die Konkurrenz an der Spitze (Lünen, Burgsteinfurt und Altenrheine) immer wieder mit recht überraschenden und unerwarteten Resultaten aufwartete, war selbst die glatte 0:3-Niederlage des 05-Teams in Deuten kein Beinbruch, denn das Apke-Team hatte den Aufstieg in die Westfalenliga als Spitzenreiter mit 47 Punkten weiterhin in der eigenen Hand. Das war aber scheinbar vorbei nach der unnötigen 3:4-Heimniederlage am Freitag vor Pfingsten gegen Hamm: Die Konkurrenz zog vorbei, doch Emsdettens 4:1-Sieg am letzten Spieltag in Wettringen bei gleichzeitigem 1:1-Remis zwischen Altenrheine und Steinfurt ließ 05 doch noch etwas überraschend als Vizemeister in die Relegation schlüpfen. Die folgenden Ergebnisse auf neutralen Plätzen sind bekannt, zwei Niederlagen ohne einen einzigen 05-Treffer …
Natürlich waren die vielen Verletzungssorgen ein Grund fürs Scheitern. Gerade in der zweimaligen Relegation hat man gesehen, wie wertvoll ein Akteur wie Marius Klöpper in der Mittelfeld-Zentrale war. Außerdem mussten zahlreiche Spieler nach langen Verletzungen sehr flott wieder ran, ohne völlig fit zu sein. Zudem fiel auf, dass die 05er in den entscheidenden Spielen der Saison fast nur noch mit langen Bällen operierten, obwohl in der Spitze kaum jemand mit starkem Kopfballspiel zu finden war. Es war einfach vieles in der Offensive zu sehr auf Zufall ausgerichtet. Als man aber offenbar im 05-Team spürte, dass flache Ballpassagen über das Mittelfeld wenig Erfolg versprachen, weil dort Tempo und Ideen fehlten, wählte man lieber den langen Pass in die Spitze. Vom Gegner relativ leicht auszurechnen und zu verteidigen.
Zudem hatten sich Kirchlengern und Salchendorf sehr gut auf die scharf aufs Tor gezogenen 05-Ecken von Tim Merker und Marius Schomaker eingestellt, einen Plan B bei Eckbällen gab es bei 05 nicht.
Fehlende Nervenstärke
Ausschlaggebend für das Relegations-Aus war auch die fehlende Nervenstärke. Denn als es plötzlich wirklich „um die Wurst“ ging, flatterten bei zu vielen 05-Spielern die Nerven, auch – oder gerade – im Torabschluss. Die Lockerheit war flöten gegangen, der Spaß am geliebten Hobby Fußball nicht mehr so zu spüren wie in zahlreichen Partien zuvor. Der Druck war plötzlich einfach zu groß.
Die treuen 05-Fans werden jetzt nicht müde, von einer tollen Saison als Neuling der Landesliga zu sprechen. Dem kann man getrost zustimmen. Dennoch muss man schauen, wie lange es jetzt dauert, ehe das 05-Team wieder solch eine riesige Chance bekommt, eine Liga aufzusteigen. Da ist das in der neuen Landesliga-Saison anstehende Ortsderby gegen den Ortsrivalen Borussia nur ein schwacher Trost. Ein ganz schwacher...
Von: Ferdi Recker
Foto: Thomas Strack
Mit freundlicher Genehmigung der Emsdettener Volkszeitung