11 Mai
Später Elfer: Emsdetten 05 ist jetzt Erster
Landesliga: Last-Minute-Sieg gegen ASK Ahlen

12 Mai
1. Mannschaft
Landesliga-Primus steht vorm Durchmarsch
Noch während der Rückrunde warnte Trainer Daniel Apke vor Abstiegsgefahr. Jetzt steht Emsdetten 05 kurz vorm Saisonende auf dem Spitzenplatz der Landesliga – und bringt den eigenen Coach damit in die Bredouille. Apke über die Tabelle, die Erfolgsgründe und einen Rüffel, den er sich einfing.
Es ist nur wenige Wochen her, da warnte Daniel Apke noch vor Abstiegsgefahr. Klingt heute seltsam, oder? „Tja, was soll ich dazu jetzt sagen?“, entgegnet der Trainer von Emsdetten 05. Mit dem extremen Entwicklungsschub, den seine Mannschaft seit der Winterpause hingelegt hat, habe er einfach nicht gerechnet.
„Die Tabelle lügt ja nicht“
Neun seiner letzten zehn Spiele hat der Landesligist gewonnen, darunter das mittlerweile annullierte 6:1 bei der SG Bockum-Hövel, die sich kurz danach vom Spielbetrieb abgemeldet hat. Die Sieges-Serie, nur unterbrochen von der 1:2-Heimniederlage am 12. April gegen Altenrheine, spülte die Nullfünfer in der Tabelle immer weiter nach oben. An diesem Wochenende nun kamen sie ganz oben an: Spitzenreiter!
Das bringt Apke in die Bredouille. Der Coach, der gerne mal tief stapelt, stellt fest: „Ich kann es nicht bewusst kleiner reden, als es ist. Die Tabelle lügt ja nicht.“
Zielsetzung weit übertroffen
Nicht zu vergessen: Vor einem Jahr war 05 noch Bezirksligist. Nach dem Aufstieg 2025 traten die Spieler mit breiter Brust auf. Beim Mannschaftsabend vor dieser Saison verkündeten sie, um die „Goldene Ananas“ wollten sie in der Landesliga nicht spielen. Das klang schon ein wenig nach Durchmarsch-Fantasien. Apke fand das damals übertrieben, „ich habe die Jungs aber gewähren lassen. Da war ja auch Alkohol im Spiel.“ Er selbst haute vor dem 1. Spieltag aber ebenfalls einen forschen Satz raus: „Wir sind kein normaler Aufsteiger“, sagte er im August 2025. Und fing sich dafür einen Rüffel des Sportlichen Leiters Mathias Lüttmann ein. „Er meinte, ich soll mich nicht so weit aus dem Fenster lehnen.“ Mit seiner Aussage damals wollte Apke verdeutlichen, „dass unsere Zielsetzung nicht einfach nur der Klassenerhalt ist, sondern ein einstelliger Tabellenplatz. Den haben wir mittlerweile ja auch sicher.“
Nervenstarker Jonas Schomaker
Mehr noch: 05 hat den Landesliga-Titel in der eigenen Hand. Apke: „Wir sind gut beraten, ein bisschen demütig mit der Situation umzugehen. Wir haben noch drei Spiele, die alle ein Brett sind.“ Hierbei muss seine Truppe auch mit der Rolle des Gejagten Nummer eins klarkommen. „Wir sind jetzt an einem Punkt angekommen, an dem es im Kopf anfängt zu rattern.“ Das war beim 2:1-Heimsieg am Sonntag gegen den ASK Ahlen zu sehen, als 05 nach dem 1:1-Ausgleichstreffer (28.) der Gäste den Faden verlor, sich viele kleine Patzer leistete. „Das ist ein bisschen Nervosität, das ist jetzt einfach so“, sagt Apke, der seine Elf dennoch durchweg am Drücker sah.
Und es gab ja auch ein Happy-End: den Elfmeter in der Nachspielzeit. Apke: „Ich habe einen Heidenrespekt vor Jonas Schomaker. Die Eier zu haben, sich in der 97. Minute in dieser Drucksituation den Ball zu nehmen und reinzuschießen – Hut ab. Er hat sich bei mir sogar entschuldigt, weil er so hoch geschossen hat.“ Die Kugel schlug unhaltbar im linken Winkel zum 2:1-Sieg ein. Eigentlich, so Apke, sei der torgefährliche Schomaker ein Startelf-Kandidat. Zuletzt kam er aber oft von der Bank, so auch am Sonntag, als er nach seiner Einwechslung in der 82. Minute direkt Alarm machte. „Auf Jonas ist immer Verlass“, betont sein Trainer.
Auch Sohnemann Feo Apke erfolgreich
Apke erklärt den 05-Erfolg mit „Fleiß und Leidenschaft“, die jeder im Verein an den Tag lege. Er selbst geht mit gutem Beispiel voran, gönnt seiner Truppe aber auch Freiheiten. Seit einigen Wochen gibt er nach Siegen am darauffolgenden Freitag trainingsfrei, an Champions-League-Tagen zieht er die Einheiten schon mal vor, damit alle rechtzeitig vorm TV sitzen. Seine Truppe zahlt es mit intensiver Arbeit und Siegen zurück. „Es ist ein Geben und Nehmen.“
Im Hause Apke gibt es übrigens noch einen weiteren Tabellenführer: Sohnemann Feo liegt mit Borussias E1 in der Meisterrunde ganz vorne. „Da bin ich genauso nervös wie bei uns“, fiebert der Papa mit. Apropos Borussia: Deren Westfalenliga-Männer stemmen sich gegen den Abstieg, schafften am Sonntag den zweiten Sieg in Folge. Apke drückt ihnen die Daumen: „Wenn Borussia so weitermacht und wir so weitermachen, wäre es doch das Nonplusultra, wenn wir nächste Saison ein Derby in der Westfalenliga hätten. Schön für jeden Fußball-Fan in Emsdetten.“
Von: Marius Holthaus
Foto: Emsdetten 05
Mit freundlicher Genehmigung der Emsdettener Volkszeitung